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Eine Tanzstunde: Spanien x Leser

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Eine Tanzstunde: Spanien x Leser

Beitrag von Nelly Brie am Sa Apr 20, 2013 8:43 am

Eine Tanzstunde

„Was…das kann ich doch nicht bringen!“, dachtest du dir, als du ein wenig verloren und mit hochrotem Kopf auf Antonios Hand starrtest. Okay, du hast dich also für den Tanzkurs entschieden. Du hast deinen Namen aus freien Stücken auf dieses Blatt Papier gebannt. Lernen wolltest du, wie man sich anmutig in den Armen eines Partners übers Parkett bewegt. Aber jetzt, wo dir dein Partner dir seine Hand entgegenstreckte und dir seinen anderen Grabscher um die Taille legen wollte…damit kamst du im Moment einfach nicht zurecht! System streikte! Wie ein bockiges Pferd standst du da und stiertest seine Hand an. ‚Oh, du dummes kleines Mädchen, was soll das Ganze? ‘, dachtest du bei dir. Antonio seufzte und kratzte sich hilflos am Kopf.

Er tat dir irgendwie leid. Und dabei hättest du so froh sein können! Du hattest von nur drei Jungs den besten Tänzer abbekommen, er belegte in seiner Freizeit den Gold-Tanzkurs, er wusste wie er sich zu bewegen hatte, würde dir nicht auf die Füße treten und du könntest in diesem Kurs sogar wirklich weit kommen. Und der Junge gegenüber dir sah noch nicht einmal schlecht aus, du wusstest, dass er Spanier war und von diesem Volk behauptete man, dass sie das Tanzen und die Musik im Blut hätten, und trotzdem sträubtest du dich dagegen, seine Hand zu ergreifen.

„________... hör mal…wir sind zum Tanzen hier und da fasst man sich nun mal an die Hände…das müsstest du doch eigentlich wissen! Nimm doch bitte meine Hand, ich verspreche dir, das wird nicht schlimm sein!“, sagte Antonio und durschnitt somit die peinliche Stille zwischen uns. Dazu lächelte er aufmunternd, als müsstest du dazu gelockt werden etwas zu tun. Andere Pärchen lagen sich schon in den Armen und tanzten teilweise unsicher, teilweise schon elegant zur Musik. Du holtest tief Luft, schautest nach unten und bewegtest dich einen Schritt auf ihn zu. Du nicktest. Er nahm zuerst deine linke Hand und legte sie auf seine rechte Schulter und dann nahm er deine rechte Hand und platzierte sie ganz sanft und vorsichtig in seine eigene. Dann legte er seine rechte Hand überraschenderweise direkt unter dein Schulterblatt, was dir eine Gänsehaut bescherte. „Na also, geht doch! Ist es wirklich so schlimm gewesen, _________?“, fragte er dich. Immer noch unfähig ihm in die Augen zu sehen schütteltest du deinen Kopf. Dein Kopf stand mittlerweile in Flammen, aber statt vor Hitze zu sterben und vor Scham, dass du ebenso rot warst, fühltest du dich…angenehm. In seinen Händen fühltest du dich sicher und gehalten, als würdest du nie mehr umfallen können.

„Gut, dann fangen wir an. Tu einfach das, was du gerade von unseren Lehrern gehört hast, und was ich dir sage. Oh, und heb doch bitte deinen Kopf, das ist nicht schön, wenn man seinem Partner nicht anschaut.“ Du gabst dir einen Ruck und blicktest ihm nun ganz in seine leuchtend grünen Augen. Er schaute intensiv in deine (Augenfarbe) Augen zurück. Aber in ihnen lag nicht die feinste Spur von Spott, eher als wäre er leicht amüsiert von dir. „Okay, was musst du zuerst tun?“, fragte er dich, und ein leichtes Lächeln umspielte seine dünnen Lippen. Wie nah seine Lippen an deinem Gesicht waren! Ein angenehmer Schauer jagte über deinen Rücken und ließ ein prickelndes Gefühl auf deiner Haut zurück…du schütteltest den Kopf und räuspertest dich: „Also…zuerst mache ich einen Schritt nach hinten und dann so und dann so….“ erklärtest du ihm während du hochkonzentriert versuchtest die Schrittfolge der Rumba nachzuahmen, die ihr gezeigt bekommen habt. Dabei fühltest du dich dämlich, aber zumindest konntest du so Worte sparen. Antonio grinste. „Sieht schon mal nicht schlecht aus. Aber das kriegen wir noch besser hin. Pass auf, _______, mach das Gleiche wie gerade, nur lass dich mehr von mir führen. Ich zähle zwei Takte vor und dann beginnen wir….“ Du senktest deinen Blick auf die Höhe seiner Brust, konzentriertest dich auf den Takt der Melodie, die Stimme und dann fing der Junge auch schon an zu zählen: „Fünf, sechs, sieben, acht!“ und plötzlich spürtest du, wie du leicht auf eine Seite geschoben wurdest. Völlig unvorbereitet stolpertest du nach hinten, doch statt zu fallen, wurdest du gehalten. Wie peinlich, dabei hatte er dich doch gewarnt! Doch Antonio war weder wütend oder böse, eher blitze es in seinen Augen, als würden ihn deine Tollpatschigkeit aufs höchste amüsieren. Innerlich fingst du an leise zu schmollen, doch mit ruhiger Stimme sagte er einfach „Noch einmal“, und ihr stelltet euch wieder auf.

Wieder fing er an zu zählen, und wieder kam aus seiner Richtung der sanfte Befehl dich zu bewegen, doch diesmal warst du vorgewarnt und du fügtest dich dem Impuls, der von deinem Partner ausging. Je weiter das Lied ging, desto sicherer wurdest du in deinen Bewegungen und desto lockerer wurdest du insgesamt und kurz vor Ende des Liedes warst du sogar so sicher und fühltest dich so selbstbewusst, dass es von außen so aussehen musste, als würdet ihr schweben und gleiten. Umso enttäuschter warst du, als das Lied plötzlich endete, Antonio seine Haltung löste, und sich alle Paare in der Mitte versammeln mussten. Mit einem belustigten Seitenblick bedachte dich dein Tanzpartner: „War doch gar nicht mal so schlimm, oder?“, fragte er. Du lächeltest geschlagen: „Nein…es macht sogar ziemlich Spaß!“ Aber da hatte er sich schon von dir abgewandt und hörte aufmerksam zu, was die Tanzlehrer zu sagen hatten. So sorglos er auch durch den Alltag schweben mochte und so unkonzentriert er sonst in der Schule sein mochte, von dem war nichts mehr zu spüren, denn Tanzen war seine Leidenschaft. Auch wenn er wusste, was er tun musste, auch wenn er den Anweisungen der Lehrer nicht zu lauschen brauchte, tat er es dennoch und saugte dabei jedes Detail in sich auf, als wäre es seine erste Stunde. Auch du wandtest dich ihnen zu und hörtest mit wachsender Neugier zu.

Der nächste Tanz, den der Kurs nun lernen sollte, war der Discofox. Aus Erzählungen deiner Freunde wusstest du, dass er nicht schwer war und Spaß machte. So entspanntest du dich noch ein bisschen und freutest dich sogar darauf, es auszuprobieren. Du wolltest wohl der Welt zeigen, dass du deutlich mehr konntest, als nur wie ein störrisches Pferd die Hand deines Tanzpartners anzustarren. Langsam löste die Menge sich auf, um in ihre Ecken zum Üben zu verschwinden. Ein wenig unsicher wartetest du darauf, dass Antonio sich dir näherte, damit ihr endlich anfangen konntet. Mittlerweile warst du kurz davor vor Spannung zu platzen, so aufgeregt und voller Tatendrang warst du! Diesmal hattest du keine Probleme, dich an die Hand nehmen zu lassen oder seine Hand zu ergreifen, und nachdem ihr in Stellung gegangen wart – gerade rechtzeitig – da fing auch schon die Musik an. Dieses Mal kanntest du das Lied, es war eins aus den Charts, eins der wenigen, die du nicht hasstest sondern sogar ganz nett fandest. Doch mit dem Einsetzen der Musik vergaßt du, was zu tun war! Es war wie verhext! Panisch brachst du in kalten Schweiß aus, obwohl es dazu eigentlich keinen Grund gab, und aus deiner Panik heraus tratst du Antonio auf die Füße. Was für eine Schande! Mittlerweile warst du wieder feuerrot angelaufen und schautest beschämt zu Boden. Du hattest entschieden, dass es für den Moment das Beste sei, wenn du einfach stehen bliebst. Antonio ließ dich los und starrte dich an.

Nach einer kleinen Ewigkeit wagtest du deinen Blick zu heben und starrtest geradewegs in ein Gesicht, das kurz davor war, vor Lachen zu explodieren. Er biss sich sogar auf die Lippen, es musste wohl ganz schön ernst sein. „Mann, hörte der Frohsinn dieses Jungen niemals auf?“, dachtest du dir verdrossen und merktest, wie du schon wieder röter wurdest. Und plötzlich brach der Damm, und Antonio fing an, schallend zu lachen. Es war ein angenehmes Lachen, und du musstest all deine Kraft zusammennehmen, um nicht mitzumachen, jedoch ließ sich das schmale Lächeln auf deinen Lippen nicht verleugnen. Er sprühte vor Leben, bei allem, was er tat…Als sich Antonio ein wenig beruhigt hatte, keuchte er zwischen zwei Japsern „Du siehst aus wie eine Tomate, _______!“ und sein Körper wurde erneut von einer Lachwoge erfasst. Dein Lächeln erstarb. „Hey! Das ist nicht witzig, Antonio! Man lacht nicht über das Leid eines anderen!“ Mittlerweile hatten die anderen Paare aufgehört zu tanzen und schauten euch neugierig an. „Was es wohl zu lachen gibt?“ stand in ihren Blicken geschrieben und du machtest dich schnell daran Antonio leicht in die Schulter zu boxen, damit er endlich aufhörte. Endlich zeigte deine Methode Wirkung, er richtete sich langsam auf, immer noch keuchend und japsend, mittlerweile selber rot und verwuschelt, doch er lachte nicht mehr. Dafür grinste er breit. Erleichtert nahmst du seine Hand und bedeutetest ihm, dass er dich führen sollte. Antonio, mittlerweile wieder einigermaßen gefasst, nahm deine Hand, zählte den Takt vor und ohne darüber nachzudenken, was du da tatest, fingt ihr an zu tanzen. Du ließest dich einfach stumpf führen und nach einigen Probeschritten hattest du den Bogen raus.

Es fing gerade an wieder Spaß zu machen, als plötzlich das Lied wieder endete. Allgemeiner leiser Protest ging durch den Raum, und euren Lehrern, den der Protest nicht entging, starteten das Lied von neuem. Leiser Jubel ging durch den Raum und bald darauf waren alle Paare wieder am Tanzen. Du fühltest dich wie in deinem Element: mittlerweile flogt ihr wieder über das Parkett, sicher und im Takt, Schritt für Schritt, mit einer gewissen Eleganz und du trautest dich sogar deinen Kopf zu heben und Antonio geradewegs in seine smaragdgrünen Augen zu schauen.

Nach einer Weile blitzten seine Augen plötzlich auf, als hätte er einen Einfall: „Hey, gut machst du das, ________! Aber es wird langsam langweilig, findest du nicht auch? Ich zeige dir jetzt mal ein paar Schritte und du machst sie nach, okay? Es ist nichts Schweres, vertrau mir, das wird Spaß machen!“ Und ohne deine Reaktion abzuwarten, obgleich du misstrauisch warst, ließ er eine Hand los und wirbelte dich umher und fing dich gleich wieder mit seinen starken Armen auf. Überrascht klammertest du dich an seinen Arm, aus Angst, er könnte es noch einmal tun, doch gleichzeitig musstest du feststellen, dass es Spaß machte. Ihr wart mittlerweile stehen geblieben und du schautest ihm ins Gesicht. Er lächelte. „Na?“, fragte er zuckersüß und du lächeltest einfach zurück. Er wusste bereits, dass du deinen Spaß daran hattest und so wirbeltest und wirbeltest du unter seinen Armen hin und her und hin und her und hattest dabei den größten Spaß deines Lebens! Er zeigte dir hin und wieder hier eine Bewegung, da mal einen Schritt, sodass es von außen mittlerweile ziemlich kompliziert aussehen musste – was es auch tat. Nicht lange und die anderen Paare waren stehengeblieben, um eurem geordneten Gewirbel zuzuschauen. Überraschenderweise genosst du diese Aufmerksamkeit sehr. Du fühltest dich wie eine waschechte Ballkönigin, trotz deines etwas lächerlichen pinken Kapuzenpullis, den du heute Morgen, ohne groß nachzudenken, einfach angezogen hast, und du fühltest dich so elegant wie noch nie, obwohl du wegen der Hitze des Raumes schwitztest. Deine Füße trugen dich, Antonios Arme wirbelten und leiteten dich und ihr tanztet in der Sonne und beobachtetet hin und wieder eure über den Boden huschenden Schatten. Wie die Schatten ineinander verschmolzen, sich wieder trennten, wie deine Haare bei jeder Drehung flogen und wie dein Pulli, den du trotz der Hitze nicht ausziehen wolltest, um dein Körper flappte. Du lachtest ausgelassen, ich fühltest dich restlos glücklich, du hattest die richtige Entscheidung getroffen, diesen Sommer einen kleinen Tanz-Crashkurs zu nehmen!


Ich hoffe sehr, dass euch meine kleinen Fanfiction gefallen hat, ich würde mich über ein kleines Feedback freuen! :3
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